Eleonora Gonzaga

Dieser Artikel befasst sich mit der Ehefrau von Ferdinand II. Zur Ehefrau von Ferdinand III. siehe Eleonora Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers; zur Herzogin von Urbino siehe Eleonora Gonzaga della Rovere.
Eleonora Gonzaga

Prinzessin Eleonora Gonzaga (* 23. September 1598 in Mantua; † 27. Juni 1655 in Wien) war die jüngste Tochter von Vincenzo I. Gonzaga, Herzog von Mantua und Montferrat und Eleonore de’ Medici, Prinzessin der Toskana.

Biografie

Ihre Kindheit verbrachte Eleonora am Hof in Mantua. Sie heiratete am 2. Februar 1622 in Innsbruck den Kaiser Ferdinand II., dessen erste Gattin Maria Anna von Bayern 1616 verstorben war. Doch die Familie Gonzaga profitierte nicht wie erhofft durch ihre Verbindung mit dem Kaiser. Denn diese Ehe wurde von einigen seiner Berater nicht gern gesehen. Dies berichtete der Gesandte der Gonzagas kurz nach der Hochzeit. Kaiserliche Armeen eroberten und verwüsteten 1630 im Rahmen des Mantuanischen Erbfolgekriegs sogar die Residenz Mantua, als sie einen habsburgfreundlichen Thronprätendenten als Nachfolger von Eleonoras 1627 verstorbenem Bruder Vincenzo II. Gonzaga durchsetzen wollten.

Eleonora wurde vom päpstlichen Nuntius Carafa als sehr schön und fromm beschrieben. So gründete Eleonora Karmeliter-Konvente in Graz und Wien. Sie ließ auch die Herzgruft in der Augustinerkirche in Wien erbauen. Ihre Ehe mit dem Kaiser blieb kinderlos, jedoch war Eleonora die Stiefmutter von Ferdinands vier überlebenden Kindern aus seiner vorherigen Ehe.

Ihre letzte Ruhestätte fand Eleonora zuerst im Karmeliterinnenkloster in Wien, bis sie 1782 in die Herzogsgruft[1] unter dem Stephansdom überführt wurde. Frans Pourbus der Jüngere malte die Prinzessin von Mantua als Kind (s. dort).

Galerie

  • Als zweijähriges Kind (Porträt möglicherweise eine Arbeit von Peter Paul Rubens)
    Als zweijähriges Kind (Porträt möglicherweise eine Arbeit von Peter Paul Rubens)
  • Als Witwe
    Als Witwe
  • Sarg im Wiener Stephansdom
    Sarg im Wiener Stephansdom

Literatur

  • Constantin von Wurzbach: Habsburg, Anna Eleonora von Mantua und Gonzaga. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 6. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1860, S. 154 (Digitalisat).
  • Eleonora. In: Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger. 1988, S. 78 f.
  • Linda Maria Koldau: Frauen – Musik – Kultur. Ein Handbuch zum deutschen Sprachgebiet der Frühen Neuzeit. Köln, Weimar 2005, ISBN 3-412-24505-4, S. 82–90.
  • Klemens Unger: Drei wegbereitende Frauen des Barock. Ein Vierteljahrhundert Regensburger (Kultur-)Geschichte 1630–1654. Pustet, Regensburg 2023, ISBN 978-3-7917-3470-5.

Weblinks

Commons: Eleonora Gonzaga (1598–1655) – Sammlung von Bildern
  • Illustration von 1627: Eleonora, Imperatrix Germaniae (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Magdalena Hawlik-van de Water, Die Kapuzinergruft. Begräbnisstätte der Habsburger in Wien, 2. Aufl. Wien 1993, S. 71.
VorgängerinAmtNachfolgerin
Anna von Österreich-Tirolrömisch-deutsche Kaiserin
2. Februar 1622 bis 15. Februar 1637
Maria Anna von Spanien (1606–1646)
Normdaten (Person): GND: 104086491 (lobid, OGND, AKS) | VIAF: 34431217 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Eleonora Gonzaga
KURZBESCHREIBUNG jüngste Tochter von Vincenzo I. Gonzaga, Herzog von Mantua
GEBURTSDATUM 23. September 1598
GEBURTSORT Mantua
STERBEDATUM 27. Juni 1655
STERBEORT Wien